Drupal 7 ist am 5. Januar 2025 aus dem Support gefallen, nach fünfzehn Jahren und mehreren Verlängerungen. Es war das CMS für Unternehmensseiten, Verbände, Hochschulen und Behörden, und viele davon laufen heute noch damit, weil die Migration auf Drupal 8, 9, 10 oder inzwischen 11 nie ein Update war, sondern ein Projekt, das immer zu groß aussah.
Diese Seite ist für den, der die Seite verantwortet und das Angebot für die Migration seit Jahren vor sich herschiebt.
Was End of Life bei Drupal 7 konkret heißt
- Keine Sicherheitsupdates von der Community. Drupal war in der Vergangenheit Ziel großflächiger, automatisierter Angriffe auf bekannte Lücken. Neue Lücken in Drupal 7 werden veröffentlicht, aber nicht mehr geschlossen, außer Sie zahlen für kommerziellen Extended Support.
- Contrib-Module sterben still. Die Module, aus denen eine Drupal-7-Seite besteht, werden nicht mehr gepflegt. Jedes davon ist ein möglicher Einstieg.
- PHP ist nicht das Problem. Anders als bei vielen Altsystemen laufen die letzten Drupal-7-Versionen auf PHP 8.x. Der Hoster mit der PHP-Frist ist hier selten der Auslöser. Der Auslöser ist die Lücke, der Wegfall eines Moduls oder ein Audit.
- Die Migration ist ein Neubau. Seit Drupal 8 ist die Architektur anders. Inhalte kommen mit, Theme und Custom-Code nicht.
Was passiert, wenn Sie nichts tun
Die Seite läuft weiter, bis eine der drei Sachen passiert: Eine Lücke wird ausgenutzt, meist automatisiert und ohne dass jemand Sie persönlich gemeint hat. Ein Modul, an dem ein Prozess hängt, bricht nach einem Server-Update. Oder ein Audit, ein Datenschutzbeauftragter oder ein Vergabeverfahren stellt die Frage nach dem Patch-Stand, und die Antwort ist „Januar 2025“.
In allen drei Fällen wird aus dem aufgeschobenen Projekt ein Notfallprojekt, und Notfallprojekte werden zu Notfallpreisen vergeben.
Die drei realistischen Optionen
Option A: Drupal 7 gehärtet weiterbetreiben
Extended Support kommerziell einkaufen oder auf Backdrop CMS wechseln, PHP auf 8.x, ungenutzte Module raus, Admin-Zugang absichern, Web Application Firewall, Monitoring, Backups mit Wiederherstellungstest.
Woran es scheitert: An Custom-Modulen, die auf PHP 8 nicht laufen, und an der Illusion, damit sei das Thema erledigt. Option A gibt Ihnen ein bis zwei Jahre ohne Druck. Als bewusste Etappe mit Enddatum ist sie fast immer der richtige erste Schritt. Als Endzustand ist sie die teuerste Option, weil Sie in zwei Jahren wieder hier stehen.
Option B: Migration auf Drupal 10 oder 11
Neue Drupal-Installation, Inhalte, Nutzer und Taxonomien per Migrate-Modulen, Content-Typen nachgebaut, Theme neu, Custom-Module neu, Integrationen neu angebunden. Bleibt im Drupal-Ökosystem, was für Redaktionen mit Drupal-Erfahrung und für komplexe Rechte- und Workflow-Anforderungen der natürliche Weg ist.
Woran es scheitert: An den Views, Rules und Custom-Modulen, die in zwölf Jahren entstanden sind und die niemand aufgelistet hat. Das Angebot rechnet mit Standard-Content, die Seite besteht aus Sonderfällen. Ohne Liste dauert die Migration doppelt so lange wie angeboten.
Option C: CMS-Wechsel
WordPress, TYPO3, ein Headless-CMS, oder für reine Informationsseiten ein statischer Generator. Richtig, wenn Drupal 7 damals gewählt wurde, weil es das gab, und die Seite eigentlich Inhalt zeigt, keine Prozesse abbildet.
Woran es scheitert: An den Prozessen, die doch da sind. Ein Mitgliederbereich, ein Antragsformular mit Workflow, eine SSO-Anbindung: Das wird beim CMS-Wechsel zum Neubau der Fachlogik, und der ist meist teurer als die Drupal-Migration.
Die Reihenfolge, die ich empfehle
- Jetzt: Befund. Zwei bis drei Werktage lesender Zugriff auf Installation, Datenbank, Module und Integrationen. Ergebnis: Liste aller Contrib- und Custom-Module mit Nachfolger-Status, Liste der Content-Typen und Views mit Sonderlogik, Liste der Integrationen, akute Sicherheitspunkte, Festpreis für die Härtung.
- Sofort danach: Option A als Minimal-Migration. PHP 8, Module bereinigt, Zugang und Backups abgesichert, Monitoring, wo sinnvoll Backdrop oder Extended Support. Zwei bis vier Wochen.
- Dann die Entscheidung B oder C, mit dem Befund als Ausschreibungs- oder Vergabegrundlage.
- Bis zur Umschaltung: Werkstatt-Bereitschaft für die alte Seite.
Was ich übernehme und was nicht
Befund, Härtung, Datenmigration mit Prüfung, den Neubau von Custom-Modulen und Integrationen im Backend, und die Bereitschaft für das alte System. Theme, Redaktions-Workflows und die Projektleitung einer Drupal-10-Migration macht in der Regel eine Drupal-Agentur, gern Ihre bisherige. Ich bin der, der das Alte gelesen hat und das Neue mit sauberen Daten füttert.
Für wen dieser Weg nicht passt
Eine Informationsseite mit dreißig Seiten Inhalt und ohne Login braucht keinen Befund. Sie braucht einen Umzug auf ein gehostetes CMS, den eine Agentur in wenigen Wochen macht. Das sage ich Ihnen im kostenlosen Kurz-Check.