Situation · Shopsystem ohne Support

Shopware 5 ist End of Life: weiterbetreiben, auf Shopware 6 migrieren oder wechseln?

Seit Sommer 2024 gibt es für Shopware 5 keine Updates mehr. Der Shop verkauft trotzdem jeden Tag. Welche drei Wege es jetzt gibt, was jeder davon wirklich kostet, und warum die Reihenfolge wichtiger ist als die Entscheidung.

Shopware hat den Support für Shopware 5 im Juli 2024 beendet. Seitdem gibt es keine Sicherheitsupdates mehr vom Hersteller, die Plugin-Anbieter ziehen nach und nach ihre 5er-Versionen aus dem Store, und die Agentur, die den Shop 2017 gebaut hat, „macht nur noch Shopware 6“. Der Shop selbst verkauft weiter, und das ist das Problem: Nichts zwingt zur Entscheidung, bis etwas zwingt.

Ich habe in den letzten zwei Jahren mehrere dieser Shops gesehen, in der Regel mit einer Eigenentwicklung, die niemand mehr versteht, einer ERP-Schnittstelle, die nachts läuft, und einem Geschäftsführer, der ein Angebot für Shopware 6 auf dem Tisch hat, das er nicht einordnen kann. Diese Seite ist für ihn.

Was End of Life für einen Shop konkret heißt

Ein Shop nimmt Adressen, Bestellungen und Zahlungsdaten entgegen. Er ist das exponierteste System, das ein Unternehmen betreibt, und er läuft jetzt auf einer Plattform, für die niemand mehr Lücken schließt. Die Angreifer wissen das, denn sie lesen dieselben Ankündigungen.

Drei Dinge folgen daraus:

  • Jede neue Lücke bleibt offen. In Shopware, in den Plugins, im PHP darunter. Öffentlich dokumentiert, mit Anleitung.
  • Der Plugin-Markt trocknet aus. Zahlungsanbieter, Versanddienstleister, Marktplatz-Anbindungen stellen ihre Shopware-5-Plugins ein. Der nächste API-Wechsel bei einem Zahlungsanbieter kann Ihren Checkout still beenden.
  • Die Kosten für Weiterbetrieb steigen still. Jede Anpassung braucht jemanden, der Shopware 5 noch kann, und die werden weniger und teurer.

Was End of Life nicht heißt: dass der Shop morgen ausfällt oder dass Sie diese Woche sechsstellig investieren müssen.

Was passiert, wenn Sie nichts tun

Der wahrscheinlichste Auslöser ist nicht ein Hack, sondern eine Schnittstelle. Ein Zahlungsanbieter stellt die alte API ab, das Plugin dafür gibt es für Shopware 5 nicht mehr, und der Checkout bricht mitten in der Saison. Der zweitwahrscheinlichste ist der Hoster, der PHP 7.4 abschaltet. Der dritte ist der Hack, und der ist der teuerste, weil dann Meldepflicht, Forensik und Kundenkommunikation dazukommen.

In allen Fällen entscheiden Sie dann unter Druck, und unter Druck gewinnt immer das Angebot, das am schnellsten verfügbar ist, nicht das richtige.

Die drei realistischen Optionen

Option A: Shopware 5 gehärtet weiterbetreiben

PHP auf die höchste Version, die der Shop verträgt, Plugins aktualisieren oder entfernen, Admin-Zugang absichern, Web Application Firewall vor den Shop, Monitoring, Backups mit Wiederherstellungstest. Der Shop läuft weiter, das Risiko sinkt deutlich, verschwindet aber nicht.

Woran es scheitert: An der Illusion, das sei die Lösung. Es ist eine Brücke für 12 bis 24 Monate. Wer sie als Endzustand behandelt, steht in zwei Jahren wieder hier, mit einem älteren Shop und weniger Leuten, die ihn kennen. Als bewusste Etappe mit Enddatum ist Option A fast immer der richtige erste Schritt.

Option B: Migration auf Shopware 6

Neuer Shop auf aktueller Plattform, Daten per Migrationsassistent, Eigenentwicklungen und Schnittstellen neu gebaut, Theme neu. Der einzige Weg, der das Problem dauerhaft löst und im Shopware-Ökosystem bleibt.

Woran es scheitert: An den Eigenentwicklungen, die niemand aufgelistet hat. Das Angebot der Agentur rechnet mit Standard, der Shop besteht aus zwölf Jahren Nicht-Standard. Die Migration dauert doppelt so lange wie geplant, und der alte Shop wurde in der Zwischenzeit nicht gehärtet, weil ja „bald der neue kommt“. Option B braucht Option A als Absicherung und einen Befund als Grundlage, sonst ist sie eine Wette.

Option C: Wechsel auf ein anderes System

Shopify, Shopware Cloud, ein anderes Open-Source-System, oder ein Shop als Modul der Warenwirtschaft. Sinnvoll, wenn der Shop eigentlich Standard ist und die Individualität nur historisch entstanden ist.

Woran es scheitert: An der Schnittstelle, die es beim neuen System nicht gibt, und an den zwei Prozessen, die Ihr Vertrieb liebt und die kein Standardsystem abbildet. Ob das bei Ihnen zutrifft, weiß man nach dem Befund, nicht nach einer Demo.

Die Reihenfolge, die ich empfehle

  1. Jetzt: Befund. Zwei bis drei Werktage lesender Zugriff auf Shop, Datenbank, Plugins und Schnittstellen. Ergebnis: Liste aller Eigenentwicklungen und Anbindungen mit der Einschätzung, was davon in Shopware 6 Standard ist, was neu gebaut werden muss, was wegkann. Dazu die akuten Sicherheitspunkte und der Festpreis für die Härtung.
  2. Sofort danach: Härtung (Option A). Minimal-Migration auf die höchste tragfähige PHP-Version, Plugins bereinigt, Zugang und Backups abgesichert, Monitoring. Zwei bis vier Wochen. Damit haben Sie die Zeit, den nächsten Schritt in Ruhe zu entscheiden.
  3. Dann die Entscheidung B oder C, mit dem Befund als Ausschreibungsgrundlage. Sie holen Angebote ein, die dieselbe Liste abarbeiten, und können sie vergleichen.
  4. Während der Migration: Werkstatt-Bereitschaft für den alten Shop. Jemand, der reagiert, wenn im laufenden Betrieb etwas passiert, während die Agentur am neuen Shop baut.

Was ich in dieser Situation übernehme und was nicht

Ich übernehme Befund, Härtung, Datenmigration mit Prüfung, den Neubau von Eigenentwicklungen und Schnittstellen im Backend, und die Bereitschaft für den alten Shop bis zur Umschaltung. Storefront, Theme und Shopware-6-Projektleitung übernimmt in der Regel eine Shopware-Agentur, gern Ihre bisherige. Ich bin dort der, der das Alte kennt und das Neue mit Daten füttert.

Für wen dieser Weg nicht passt

Ein Shop mit 200 Artikeln ohne Eigenentwicklung, ohne ERP-Anbindung und ohne individuelle Prozesse braucht keinen Befund. Er braucht einen Wechsel zu einem gehosteten System, den eine Agentur in wenigen Wochen macht. Ich sage Ihnen das im kostenlosen Kurz-Check, wenn es so ist.

Häufige Fragen

Was mich in dieser Situation meistens gefragt wird

Kann ich Shopware 5 einfach weiterlaufen lassen?

Technisch ja, und viele tun es. Sie tragen dann das Risiko jeder neu entdeckten Lücke in Shopware, in PHP und in den Plugins selbst. Bei einem Shop mit Kartenzahlung ist das ein PCI-DSS-Thema, bei jedem Shop ein DSGVO-Thema. Als bewusste Entscheidung mit Härtung, Monitoring und Zeitplan für den Wechsel ist Weiterbetrieb vertretbar. Als Aufschieben ist er es nicht.

Ist Shopware 6 ein Update oder ein neuer Shop?

Ein neuer Shop. Shopware 6 ist eine andere Plattform mit anderer Architektur, anderem Template-System und anderem Plugin-Modell. Daten lassen sich mit dem Migrationsassistenten übernehmen, Plugins und Eigenentwicklungen nicht. Alles, was Ihre Agentur damals individuell gebaut hat, wird neu gebaut. Genau dieser Anteil entscheidet über die Kosten, und genau den ermittelt der Befund.

Was kostet eine Migration auf Shopware 6?

Das hängt fast ausschließlich von Ihren Eigenentwicklungen, Schnittstellen (ERP, Warenwirtschaft, PIM) und Plugins ab, nicht von der Zahl der Artikel. Ich nenne keine Zahl, bevor ich das gesehen habe, und ich rate Ihnen, jeder Agentur zu misstrauen, die es tut. Der Befund liefert die Liste, mit der Sie Angebote vergleichen können.

Welche Rolle übernehmen Sie bei einer Shopware-6-Migration?

Den Teil, an dem Migrationen scheitern: Datenübernahme mit Prüfung, Neubau der Eigenentwicklungen und Schnittstellen, Absicherung des alten Shops bis zur Umschaltung. Theme und Storefront macht meist eine Shopware-Agentur oder Ihre bisherige. Ich arbeite mit denen zusammen, nicht gegen sie.

Auf welcher PHP-Version läuft Shopware 5 noch sicher?

Shopware 5.7 ist die letzte Linie und läuft nach meinem Stand offiziell mit PHP 7.4 bis 8.1, beides ohne Sicherheitssupport. Neuere PHP-Versionen sind je nach Patch-Stand und Plugins möglich, aber nicht garantiert. Was in Ihrem Fall geht, prüfe ich auf einer Kopie, nicht auf dem laufenden Shop.

Wie lange kann ich mit einem gehärteten Shopware 5 noch arbeiten?

Realistisch 12 bis 24 Monate, wenn PHP so aktuell wie möglich ist, Plugins gepatcht oder entfernt sind, ein Web Application Firewall vor dem Shop steht und jemand das Monitoring liest. Das ist die Brücke, die eine geplante Migration ohne Zeitdruck ermöglicht. Länger würde ich es nicht empfehlen.

Doğan Uçar, Gründer von LegacyWerk
PHP seit 2013
Legacy im Ernstfall

Wer Ihr Projekt übernimmt

Kein Callcenter. Sie sprechen direkt mit mir.

„Ein System, das seit 15 oder 20 Jahren läuft, ist kein Müll – es ist der Beweis, dass die Logik funktioniert. Das Problem ist fast nie die Fachlogik, sondern der Code drumherum. Also werfe ich nicht weg, was sich bewährt hat. Ich bringe es zurück in die Gegenwart."

Seit 2013 arbeite ich mit PHP – ein großer Teil davon mit gewachsenen Systemen, die andere längst aufgegeben hätten. Ich schaue mir Ihr System selbst an, schreibe Ihnen die Einschätzung selbst und verantworte das Ergebnis. Wenn sich eine Modernisierung für Sie nicht lohnt, sage ich Ihnen das auch.

Doğan Uçar Gründer, LegacyWerk

Nächster Schritt: Befund (ab 2.980 €)

Drei kurze Schritte im Formular, dann melde ich mich mit einer ehrlichen Einschätzung. Wer noch nicht so weit ist, nimmt den kostenlosen Kurz-Check.

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